Wie sicher sind Hundegitter?

hundegitterHundegitter helfen bei der Ladungssicherung und verhindern Ablenkung durch den Hund, aber wie sicher sind die Gitter eigentlich? Schließlich will man sich ja nicht nur vor Knöllchen schützen, sondern Familie und Hund sollen auch nicht verletzt werden, wenn es kracht.

Was passiert bei einem Unfall oder einer Vollbremsung mit der Ladung?

Bei einem Auffahrunfall oder einer Vollbremsung schießen ungesicherte Gegenstände oder Tiere mit enormer Wucht nach vorn. Der ADAC hat für die Gewichtskraft eine Faustformel formuliert: „Bei einem Frontalcrash aus 50 km/h wird ungesicherte Ladung auf das bis zu fünfzigfache ihrer ‚Gewichtskraft‘ (physikalischer Begriff, = Masse x Erdbeschleunigung), je nach Länge der freien ‚Flugstrecke‘ beschleunigt“ (Quelle).

Das klingt ein bisschen kompliziert (wenn man nicht gerade zu den Jungs aus Big Bang Theory gehört), deshalb kommen noch zwei Beispiele:

Wenn ein mittelgroßes Auto bei 50 km/h eine Vollbremsung hinlegen muss, prallt zum Beispiel eine Tasche von 2 kg mit 60 kg auf. Ein 25 kg schwerer Hund trifft mit einer Tonne Gewicht auf die Mitfahrer – und das werden Mensch und Tier wohl nicht überleben.Autounfall Frontalzusammenstoß am Zebrastreifen

Was können Hundegitter leisten?

Das kommt ganz auf Material und Befestigung an. Wenn das Hundegitter innen aus einem Netz besteht, hält es natürlich nicht so viel aus wie ein Stahlgitter. Für ein Netzgitter kann schon eine fliegende Konservendose zu viel sein.

Was die Befestigung angeht, gibt es Hundegitter, die an den Kopfstützen hängen. Wenn etwas Schweres dagegen prallt, kann die Rückbank samt Hundegitter nach vorn klappen. Besser ist es, wenn die Aufprallwucht an die wesentlich stabilere C-Säule abgeleitet wird, wie es zum Beispiel bei den Gittern von Travall der Fall ist.Hundegitter Trenngitter von Travall

Am wenigsten Schutz bieten Universalgitter, die mit Teleskopstangen zwischen Boden und Dachhimmel festgeklemmt werden und Streben haben. Stehen die Streben zu weit auseinander oder lassen Lücken am Rand, werden Gegenstände nicht aufgehalten. Außerdem lockern sich die Gitter durch die Vibrationen, die während der Fahrt entstehen – das Gitter fällt beim kleinsten Stoß um und als Tüpfelchen auf dem i bleiben am Dachhimmel noch Dellen zurück.

Müssen Hundegitter in Crashtests getestet werden?

Crashtests für Hundegitter sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, einige Hersteller testen ihre Gitter aber trotzdem – auf unterschiedliche Art und Weise. Ist nur eine Formulierung wie „ist crashgetestet“ angegeben, kann der Test auch in der heimischen Garage stattgefunden haben.

Grundsätzlich kann man beim Hersteller anrufen und fragen, nach welcher DIN der Crashtest abgelaufen ist. Auf der sicheren Seite ist man, wenn das Gitter nach ECE-R17 crashgetestet wurde. Da das aber ein umfangreiches Thema ist, werde ich mich in einem späteren Post näher damit befassen.

Universalgitter können übrigens nicht in Crashtests getestet werden, weil sie an vielen verschiedenen Stellen im Kofferraum angebracht werden können. Der Test ist nicht reproduzierbar und das Ergebnis ist unweigerlich verfälscht. Außerdem würden sie den Crashtest schon deshalb nicht bestehen, weil sie die Funktion der Seitenairbags behindern.Universalgitter Hundegitter mit Teleskopstangen im Kofferraum befestigt

Können Hundegitter auch gefährlich sein?

Ja, manche Gitter können tatsächlich gefährlich werden, speziell für den Vierbeiner. Teleskop-Gitter können auf den Hund fallen. Bei Netzen besteht die Gefahr, dass der Hund daran herumkaut und die Nylonfäden verschluckt. Je nachdem, wieviel Nylon sich im Magen befindet, kann es sein, dass das Material operativ entfernt werden muss.

Auch die Beschichtung spielt eine Rolle. Lackierte Gitter sind giftig, wenn der Hund daran kaut. Besser sind kratzfeste Pulverbeschichtungen, da sich diese nicht lösen (wer sich traut, kann ja mal den Kratztest mit einem Schlüssel machen).

Welche Alternativen zum Hundegitter gibt es?

Die sicherste Wahl ist eine Hundetransportbox aus Stahl, die direkt hinter der Rücksitzbank verzurrt wird. Für größere Hunde kann das aber zu Platzproblemen führen. Anschnallgurte für Hunde sind keine echte Alternative, da sie in Tests schlecht abgeschnitten haben. Wer mit Gegenständen im Kofferraum unterwegs ist und kein Hundegitter hat, muss diese mit Spanngurten sichern.eine stabile Transportbox aus Metall für den Hund

Fazit

Ein Hundegitter schützt sicher vor Verletzungen durch Ladung oder mitreisende Haustiere, wenn man das richtige auswählt. Auf was man bei Kauf achten muss, habe ich in diesem Blogpost erklärt. Auf minderwertige bzw. unsichere Hundegitter sollte man schon aus Liebe zum Hund unbedingt verzichten.

Wer keine Lust hat, Taschen, Kinderwagen, Hundebox und Co. im Kofferraum „anzuschnallen“, für den ist ein Trenngitter die beste Lösung. Auch wenn man einen großen Hund wie eine Dogge, einen Rottweiler oder einen Bernhardiner hat, wird man wohl eher zum Hundegitter als zur Box greifen, da die großen Stahlboxen sehr teuer sind und man schon einen echt geräumigen Kofferraum braucht, um eine so große Box unterzubringen.

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