Hundetransportbox oder Hundegitter? Was ist besser?

hundegitterAm Wochenende habe ich mich in verschiedenen Foren umgeschaut und dabei folgendes festgestellt: Etliche Hundebesitzer möchten wissen, ob es besser ist, ein Hundegitter oder eine Hundetransportbox für das Auto anzuschaffen.

Daher habe ich mich entschieden, die beiden Optionen mal genauer unter die Lupe zu nehmen und deren Vor- und Nachteile gegenüberzustellen.

In diesem Artikel möchten ich allerdings nicht alle Arten von Schutzgittern und Boxen diskutieren; das würde den Rahmen sprengen und auch den Fokus verwässern. Vielmehr beschränke ich mich auf stabile Hundeboxen, die ausschließlich aus Metall bestehen, und fahrzeugspezifische, d.h. maßgefertigte Stahl-Hundegitter. Wer noch einmal nachlesen möchte, welche Arten von Hundegittern es gibt, kann das übrigens hier tun.

 

Die Transportbox

 Vorteile:

Das wohl wichtigste Argument für eine Box ist die Sicherheit, die sie bietet. Bei einem Unfall schützt sie das Tier davor, durch den Wagen geschleudert zu werden.

Außerdem bewahrt sie den Fahrer vor Ablenkung durch den Hund, denn selbst die talentiertesten Ausbruchskünstler können nicht aus der Alu-Box herauskommen und auf die Sitze klettern.

Die Box ist mobil, sodass die Gewöhnung daran bereits im Haus stattfinden kann. In gewohnter Umgebung kann man mit seinem Vierbeiner üben, in der Box zu sitzen. Für ängstliche Hunde ist dies besonders wichtig.

Und da der Transportkäfig eine Tür hat, wird verhindert, dass der Hund aus dem Kofferraum springt, sobald die Heckklappe geöffnet wird.Hund in Aluminium-Hundebox im Kofferrraum

 

Nachteile:

Eine Hundebox nimmt viel Platz ein und das Auto muss schon einen großen Kofferraum haben, damit sie überhaupt passt. Zum Beispiel ist eine Box für einen kleinen Hund 50 x 70 x 50 cm groß. Will man dann noch Gepäck oder einen Kinderwagen danebenstellen, kann es eng werden.

Darüber hinaus muss die Box im Heck befestigt werden, damit sie nicht im Kofferraum herumrutscht und richtig sicher ist. Das ist unter Umständen nicht so einfach.

Will man die Box mal herausnehmen, braucht das Zeit, da sie unhandlich ist. Und wer eine kleine Garage hat, wird sich vielleicht fragen, wo er die sperrige Box unterbringen soll, wenn sie nicht genutzt wird.

Manche Hunde finden es angenehmer, ihre Menschen während der Fahrt zu sehen. Das ist aber nicht möglich, wenn das Tier in einer Transportbox reist. Auch aus dem Fenster gucken könnte, je nach Höhe der Box, schwierig werden.

Ein weiterer Nachteil einer Aluminiumbox ist der Preis. Schon kleine Modelle kosten 250 Euro. Wer einen großen Hund bzw. mehrere Hunde hat, muss weitaus tiefer in die Tasche greifen.

 

Das Hundegitter

 Vorteile:

Wie die Box schützt auch ein Hundegitter im Ernstfall vor Verletzungen; beide sind also sicher. Außerdem wird der Fahrer nicht abgelenkt, da der Hund nicht nach vorn klettern kann. In diesen beiden Punkten erfüllen Box und Gitter die gleiche Funktion.

Ein wesentlicher Vorteil des Hundegitters ist, dass es auch als Gepäckschutzgitter genutzt werden kann. Wenn man mal keinen Hund, sondern Gegenstände transportiert, sorgt das Gitter für die gesetzlich vorgeschriebene Ladungssicherung.

Zudem kann es mit wenig Aufwand ein- und ausgebaut werden und dadurch ist man flexibler. Man kann die Rücksitze ganz einfach umklappen und Möbel etc. einladen. Das Hundegitter ist flach und nimmt in der Garage kaum Platz weg.

Ist das Gitter montiert, bleibt das Kofferraumvolumen voll erhalten. Es wird hinter den Kopfstützen montiert und nimmt daher keinen Stauraum ein.

Für noch größere Sicherheit kann das Hundegitter mit einem Laderaumteiler kombiniert werden. Das Längsgitter teilt den Kofferraum in zwei Hälften und man kann den Hund und Gepäck gleichzeitig im Heck mitnehmen, ohne dass man sich Sorgen um die Sicherheit seines Lieblings machen muss.

Ist der Hund aufgeweckt und neugierig, kann er während der Fahrt aus dem Fenster gucken. Viele ängstliche Hunde finden es beruhigend, wenn sie ihre Menschen während der Fahrt sehen können.

Bei vielen Modellen ist es außerdem möglich, die Kofferraumabdeckung trotz Gitter zu nutzen – mit einer Metallbox ginge das nicht. Wer Gegenstände statt Hund dabei hat, kann die Abdeckung zuziehen und seine Sachen vor neugierigen Blicken schützen.

Noch ein paar Worte zu den Kosten: maßgefertigte, robuste Hundegitter kosten je nach Automodell um die 140 Euro. Sie sind also günstiger als Metalltransportboxen.Hund im Kofferraum, geschützt durch ein passendes Trenngitter

 

Nachteile:

Wenn man ein Hundegitter ohne Heckgitter verwendet, könnte es sein, dass junge, energiegeladene Fellnasen aus dem Kofferraum herausspringen, sobald die Heckklappe aufgeht. Bei gut trainierten Hunden besteht das Problem natürlich nicht.

Die Anschaffung des richtigen Hundegitters kann unter Umständen Zeit kosten. Man muss gut aufpassen, welches Hundegitter man kauft, da von den Tierhandlungen oder auch bei Amazon und Ebay Autozubehör vertrieben wird, dass weder Crashtets durchläuft noch sicher für den Hund ist. Was es beim Kauf alles zu beachten gibt, damit Mensch und Tier nicht durch das Gitter gefährdet werden, habe ich hier erklärt.

Weitere Nachteile eines Hundegitters fallen mir im Moment nicht ein. Bitte hinterlasst einen Kommentar, wenn ich etwas vergessen habe!

 

Fazit

Am wichtigsten ist, dass man überhaupt eine Box oder ein Schutzgitter nutzt. Wir achten schließlich darauf, dass unsere Kinder während der Fahrt angeschnallt sind, also warum würden wir dann auf die Idee kommen, den Hund  – der ja auch ein Familienmitglied ist – im Auto nicht zu sichern?

Für was man sich am Ende entscheidet, hängt wohl in erster Linie vom Platz im Kofferraum und vom Budget, das für diese Ausgabe zur Verfügung steht, ab. Wer flexibel sein möchte und die großen Metallboxen zu teuer findet, wird sich wohl eher für ein Hundegitter entscheiden.

Bei Herstellern wie Travall kann man Hundegitter, Laderaumteiler und Kofferraummatte von sehr guter Qualität bestellen. Zusammen sorgen die drei Teile nicht nur dafür, dass der Hund sicher ist; im Set sind sie sogar noch günstiger als eine Aluminiumbox. Hier geht es zum Travall-Onlineshop: https://www.travall.de/.

18 Gedanken zu “Hundetransportbox oder Hundegitter? Was ist besser?

  1. Da meine Hündin aus irgendwelchen Gründen nicht mehr in die Hundebox wollte, haben wir uns für ein Trenngitter + Heckgitter entschieden und dieses bis heute nicht bereut.

    LG Babsi

    • Ja, ich habe von einigen Hunden gehört, die nicht so gern in eine Box möchten. Schön, dass du eine Lösung gefunden hast, bei der sich deine Hündin auch wohl fühlt! LG, Andy

  2. Meine Sorge beim Hundegitter wäre, dass vor allem kleinere Hunde bei einem plötzlichen Bremsmanöver mit dem Kopf/Hals gegen die Sitzbank knallen. Je nachdem, wieviel Spielraum ist und angeschnallt sind sie ja nicht. Da reichen bei entsprechender Geschwindigkeit 30 cm Platz und ein unglücklicher Winkel zu einer Gehirnerschütterung oder lädierten Wirbeln, schätze ich…?

    Momentan schnalle ich auf der Rückbank an mit Geschirr. Wobei man bei dieser Variante auf die Gurtlänge achten muss, sonst knallt der Hund auch bei dieser Variante gegen den Rücksitz – womöglich mit dem Kopf. Alles nicht so einfach…:-/

    • Vielen Dank für die Rückmeldung! Du hast Recht, kleine Hunde sind in einer Box sicher besser aufgehoben.

      Dem Geschirr stehe ich kritisch gegenüber, weil mir kein Geschirr bekannt ist, dass man in Deutschland kaufen kann und das einen standardisierten (!) Crashtest durchlaufen hat (Werbung mir „Crashtest geprüft“ kann alles bedeuten: in der Garage getestet, getestet aber durchgefallen, etc.).

      In den USA führt die Non-Profit-Organisation Center for Pet Safety übrigens genormte Crashtests durch und empfiehlt tatsächlich nur ein Geschirr:

      http://www.centerforpetsafety.org/cps-certified/sleepypod-clickit-sport/

      Ich weiß leider nicht, ob man das Geschirr bei uns in Deutschland bekommt.

      • Ja diese Tests sind genau der Punkt… In Deutschland weiß ich nur die Geschirre von „Allsafe“ und „Hunter Bodyguard“. Beide sind TÜV-Crash-geprüft:

        http://www. kleinmetall.de/allsafe-hundesicherheitsgurt.html

        https://www. dog-son.de/downloads/Hunter_BodyGuard_flyer.pdf

        Eines davon möchte ich anschaffen – hast Du damit Erfahrungen? LG, Kiki

      • P.S.: das Sleepypod Clickit aus Deinem Link sieht auch gut aus. Und man führt den Gurt durch das Rückenteil des Geschirrs – man braucht also keine extra Befestigungsschlaufe… Nur wenn’s nicht passt, wird das Zurückschicken über den großen Teich teuer 😁😂

      • … braucht man doch, sehe ich gerade…umso besser! Die Crash-Videos vom CPS zeigen super, dass dadurch der Hund gut auf dem Rücksitz gehalten wird, anders als beim Allsafe-Geschirr…
        Vielen Dank für den Tipp!!! Hab’s gerade bei A… entdeckt, also bestellen kein Problem🙂
        Schöne Grüße, Kiki

  3. Wir haben zwei Terrier und beide sind in einer teilbaren Box von Atlas. Ich hab damit gute Erfahrungen gemacht. Meine früheren Hunde waren immer durch eine Kofferraumtrennung gesichert. Zwei Boxen für Rottweiler würden den kompletten Kofferraum in Besitz nehmen. Da ist eine Abtrennung praktischer. Unser Caddy hat einen großen Kofferraum. Da wäre zu viel Luft nach oben. Bei Crashs stell ich mir das schwierig vor. Nina

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s