Wenn der Hund das Autofahren nicht verträgt

hundegitterIch glaube, das folgende Szenario haben wir wohl alle schon einmal mitgemacht – besonders, wenn der Hund noch klein ist: Nach ein paar Kilometern Fahrt mit dem Auto fängt die Fellnase plötzlich an zu speicheln und würgen, dann übergibt sie sich. Und am Ende ist der arme Schatz völlig erledigt. Überflüssige Ausflüge mit dem Auto lassen sich natürlich vermeiden, das gilt aber leider nicht für alle Fahrten. Daher beschäftige ich mich heute mal mit dem Thema Reisekrankheit bei Hunden.

Hund verträgt das Autofahren nicht

 

Ursachen

Bei Welpen und jungen Hunden von unter einem Jahr ist die Reisekrankheit besonders häufig, denn das Gleichgewichtsorgan im Ohr ist noch nicht voll entwickelt. Wenn das Auto abbiegt, beschleunigt oder bremst, wird ihnen schlecht.

Da das Problem schlimmer wird, wenn die jungen Hunde aus dem Fenster gucken und die vorbeifliegende Landschaft ansehen, kann es hilfreich sein, sie in einer Transportbox unterzubringen. Manchen älteren Hunden hingegen wird in einer Box schlecht, während es ihnen besser geht, wenn sie aus dem Fenster schauen können – hier kann man wohl nur ausprobieren, was besser klappt.

Normalerweise geht die Reisekrankheit weg, wenn der Hund älter wird und das Gleichgewichtsorgan komplett entwickelt ist. Es gibt allerdings auch ganz sensible Vierbeiner, deren Magen sich immer noch umdreht, wenn sie über ein Jahr alt sind.

Manchmal wird die Übelkeit während der Fahrt durch Angst ausgelöst. Vielleicht verbindet das Tier eine schlimme Erinnerung mit dem Auto oder es fürchtet sich einfach vor dem großen lauten Kasten.Hund erbricht im Auto

 

Tipps

Wenn dem Hund regelmäßig im Auto schlecht wird und man also schon weiß, was da auf den Vierbeiner zukommt, dann sollte man ihn 4 Stunden vor der geplanten Fahrt nicht mehr füttern. Gegebenenfalls kann man ein klein wenig Trockenfutter geben, damit er sich nicht vor Hunger übergibt.

Der Fahrer muss unbedingt auf den Hund Rücksicht nehmen. Hier ist ein sanfter und vorsichtiger Fahrstil gefragt, denn abruptes Bremsen, Anfahren und Abbiegen verschlimmern die Übelkeit.

Auch homöopathische Mittel können helfen. Gegen Übelkeit und Erbrechen kommen besonders Cocculus oder Nux Vomica in Frage. Die Potenz und Dosierung müssen aber mit dem Tierarzt oder Heilpraktiker abgesprochen werden.

Alternativ kann man Bachblüten-Resue-Tropfen geben (die ohne Alkohol!), oder auch Aspen und Sclerantus.

In besonderen Fällen verschreibt der Tierazt Tabletten gegen Reiseübelkeit, die ähnlich wirken wie die Medikamente für Menschen.

Wenn sich der Hund im Auto übergeben hat, ist der Geruch natürlich unangenehm. Daher empfielt es sich, den Wagen mit einer anwaschbaren Gummimatte oder alten Handtüchern auszustatten.

Damit man das Gröbste schnell wegwischen kann, sollte man Wasser, eine Küchenrolle und ein Mülltüte dabeihaben. Gegen eingetrocknete Verschmutzungen und Geruch hilft ein Enzymreiniger. In der Putzmittelabteilung habe ich bisher noch keinen gefunden, dafür aber im Heimtiergeschäft.

 

Fazit

Auch ältere und ängstliche Vierbeiner können die Übelkeit beim Autofahren überwinden, wenn man sie mit ganz viel Geduld trainiert. Bei ängstlichen Hunde sollte man erst mal nicht zu starken Medikamenten greifen, denn das würde nur die Symptome dämpfen anstatt das Problem langfristig zu beheben. Wie man Hunde am besten ans Autofahren gewöhnt, habe ich hier beschrieben.

Vertagen eure Fellnasen das Autofahren? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht und könnt ihr anderen Hundebesitzern Tipps geben?

4 Gedanken zu “Wenn der Hund das Autofahren nicht verträgt

  1. Sehr informativ. Wir haben beides zuhause, die eine hasst es, der andere liebt es. Wir nutzen das Autofahren allerdings zum größten Teil, um den Tierarzt zu besuchen, daher denke ich, dass es sich nur um Angst vor dem Tierarzt handelt…die leider schon im Auto anfängt. Wir haben es mit vielen Mitteln versucht, aber es hat leider nichts von all dem geholfen. Da es aber nicht so oft nötig ist zum Tierarzt zu fahren werden wir da wohl durch müssen.

  2. Ja, der Tierarzt ist so eine Sache… Mir tun die ängstlichen Fellnasen immer so Leid, aber du hast Recht – man muss da wohl einfach durch und kann sonst nicht viel machen.

  3. Hi
    Wir haben zwei Hunde. Der eine liebte von Anfang an das Autofahren. Der jüngere musste sich immer übergeben. Mittlerweile nach fast einem Jahr hat sich das gegeben. Es scheint wirklich so zu sein das sich das “ raus wächst“. Also einfach Geduld haben und abwarten.
    LG
    Manu

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